Jahresbericht 2025 - Integrative Drogenhilfe e. V.

2025 Jahresbericht

Rückblick und Ausblick Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleg*innen und Wegbegleiter*innen, das Jahr 2025 war ein Jahr der Zuspitzung – in der Politik, in der Gesellschaft und auch in unserem beruflichen Alltag. Es war ein Jahr, das gezeigt hat, wie schnell vermeintlich feste Überzeugungen ins Wanken geraten können. Denn erneut wurde deutlich: Menschenwürde, Teilhabe und der Schutz jedes einzelnen Lebens sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen verteidigt werden, besonders dann, wenn Ausgrenzung an Akzeptanz gewinnt und politische Entscheidungen sich am kurzfristigen Meinungsbild orientieren. In solchen Momenten ist es entscheidend, Position zu beziehen. Seit nahezu vier Jahrzehnten setzen wir uns für Menschen ein, die allzu oft übersehen oder an den Rand gedrängt werden: Menschen mit Suchterkrankungen, Menschen in schwierigen Lebenssituationen, Menschen ohne starke Interessenvertretung. Unsere Haltung bleibt klar und unverrückbar: Jeder Mensch hat den gleichen Wert. Jeder Mensch zählt – bedingungslos. Und daran muss sich auch politisches Handeln messen lassen. Die Auseinandersetzungen um das geplante Suchthilfezentrum in der Niddastraße 76 haben diese Haltung auf eine harte Probe gestellt. Die Schärfe der Debatte hat gezeigt, wie tief die Frage reicht, wer in unserer Stadt dazugehören darf. Dass eine politische Koalition an diesem Thema zerbricht, macht deutlich, welche Sprengkraft darin liegt. Für uns bleibt die Antwort klar: Wer hier lebt, gehört dazu. Mit großer Sorge blicken wir auch auf die aktuelle Entwicklung der Drogenpolitik und die Diskussion um den sogenannten „Frankfurter Weg“. Was über Jahrzehnte als international anerkanntes Modell einer humanen und wirksamen Drogenhilfe galt, steht zunehmend unter Druck. Wir erleben Tendenzen, die Errungenschaften infrage stellen, Verantwortung verschieben und einfache Antworten auf komplexe Probleme versprechen. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Eine evidenzbasierte, menschenorientierte Drogenpolitik ist kein Luxus, sie ist Voraussetzung für Gesundheit, Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Umso widersprüchlicher ist der Blick auf das Thema DrugChecking: Trotz fachlicher Klarheit, einer von uns beauftragten Musterrechtsverordnung und breiter Unter- stützung gelang es auch im Jahr 2025 auf Landesebene politisch nicht, Fortschritte zu erzielen. Dieses Zögern kostet Zeit und im Zweifel Gesundheit und Leben. Neben diesen Herausforderungen gab es auch wichtige Fortschritte: Mit dem Abschluss des Umbaus unserer Einrichtung in der Niddastraße 49 ist der größte inhalative Konsumraum Deutschlands mit 16 Plätzen entstanden. Ein konkreter, spürbarer Beitrag um bestehende Versorgungslücken zu schließen und den öffentlichen Raum zu entlasten. Gleichzeitig haben wir unsere Außenwirkung gestärkt, unsere Social-Media-Präsenz ausgebaut und mit dem Relaunch unserer Website neue Zugänge zu unserer Arbeit geschaffen. Der akzept Lifetime Award 2025 war in diesem Kontext ein besonderer Moment für uns. Er ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern zugleich ein Auftrag, unseren niedrigschwelligen und akzeptanzorientierten Weg konsequent fortzuführen. Mit Zuversicht und klarem Blick nach vorn werden wir 2026 neben einer Reihe weiterer Projekte den Standort EASTSIDE weiterentwickeln. Dabei setzen wir neue inhaltliche Schwerpunkte, insbesondere im Zusammenhang mit dem geplanten Angebot einer temporären, interdisziplinären und medizinischen Versorgung für suchtkranke, stark mobilitätseingeschränkte Menschen mit multiplen Begleiterkrankungen. Gemeinsam mit unseren Partner*innen in der Trägergemeinschaft arbeiten wir zudem kontinuierlich am Aufbau des Suchthilfezentrums in der Niddastraße 76. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Gewissheiten brüchiger werden, bleibt unser Auftrag derselbe und vielleicht wichtiger denn je: einzustehen für die, die Unterstützung brauchen. Klar, laut und unmissverständlich. Wir danken allen Mitarbeitenden, Partner*innen sowie Unterstützenden für ihr Engagement und ihre Solidarität und wünschen eine anregende Lektüre. Herzliche Grüße Geschäftsführung und Vorstand

3 Überblick Meilensteine der Vereinsentwicklung.............4 Projekte und Einrichtungen EASTSIDE EASTSIDE.................................................................. 6 Café............................................................................ 8 Konsumraum......................................................... 10 Sozialdienst ........................................................... 12 Wohnen.................................................................... 14 Werkstätten............................................................. 16 FriedA FriedA........................................................................18 Café.......................................................................... 20 Sozialdienst............................................................ 22 Ambulante Hilfen für Familien Lichtblick................................................................. 24 Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH)...26 Kriegkstraße Soziale Teilhabe, Gemeinschaftiches Wohnen und Tagesstruktur.............................. 28 Niddastraße Konsumraum......................................................... 30 Wohnraumhilfe...................................................... 32 OS-Nacht ................................................................34 Hotline Streetwork für anschaffende Drogengebraucherinnen................................... 36 Arbeit Technik Kultur (ATK) Entwicklung von beruflichen Zukunftsperspektiven ........................................38 BuddyCare Gemeinsam was erleben...................................40 Kontakt Standortadressen und Ansprechpartner*innen..................................... 42

4 1986 1996 1987 1997 1989 1999 1991 2001 1993 2003 1995 2005 1988 1998 1990 2000 1992 2002 1994 2004 • Vereinsgründung • Projekt Überlebenshilfe Offene Szene • Mobiler Spritzentausch • Umzug der Geschäftsstelle ins EASTSIDE • Übernahme des Projekts Hotline von HWG e. V. • Eröffnung Konsumraum Moselstraße (später Niddastraße 49) • Junkfurter Ballergazette (JuBaz) • Projekt OSSIP (Offensive Sozialarbeit, Sicherheit, Intervention, Prävention, Vermittlung) • Eröffnung EASTSIDE und FriedA • Erster Konsumraum Deutschlands im EASTSIDE • Projekt Lichtblick Meilensteine der Vereinsentwicklung • Eröffnung Betreute Wohngemeinschaft Rotlintstraße

5 2006 2016 2007 2017 2009 2019 2011 2021 2013 2023 2015 2025 2008 2018 2010 2020 2012 2022 2014 2024 • Projektstart BuddyCare • Wechsel im Vereinsvorstand, Prof. Dr. Gero Lipsmeier wird 1. Vorsitzender • Beginn Kompetenz- feststellungsmaß- nahmen für Rhein- Main-Jobcenter • Einzug Kriegkstraße • Eröffnung idh Schuldner- beratung MTK Hofheim • Nachtbus - Offensive Sozialarbeit im Bahnhofsviertel • Sozial- pädagogische Familienhilfe (SPFH) • Jubiläum 25 Jahre idh • Ganzjährige Öffnung der Notbetten im EASTSIDE • 30 Jahre EASTSIDE • Eröffnung Tagesstrukturiertes Angebot Kriegkstraße • Neubau Kriegkstraße • Beginn Aktivcenter „biv aktiv“ • Beginn Frankfurter Tafelrunde • Komplettsanierung Niddastraße und Eröffnung Wohnraumhilfe Niddastraße • Start KISS-Projekt (Kompetenz im selbst- bestimmten Substanzkonsum) • Deutscher Präventionspreis für Projekt Lichtblick

6 EASTSIDE Leben, Wohnen und Arbeiten in Europas größter niedrigschwelliger Suchthilfeeinrichtung Was wir anbieten: Café und Tagesaufenthalt Übernachtung und Wohnen Beschäftigung und Tagesstruktur Shuttle und Streetwork Konsumraum und Substitution Sozialdienst, Aktivierung und KISS

7 Das EASTSIDE ist seit vielen Jahren ein zentraler Anlaufpunkt für volljährige Menschen in prekären Lebenslagen. Mit einem niedrigschwelligen, offenen Zugang bietet die Einrichtung Übernachtungsmöglichkeiten, Tagesaufenthalt und vielfältige Unterstützungsangebote – unbürokratisch, vorbedingungslos und bedarfsorientiert. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die von Obdachlosigkeit und Drogengebrauch betroffen sind und oft seit Jahren auf der Straße leben. Das EASTSIDE schafft für sie einen geschützten Raum, in dem sie zur Ruhe kommen, Abstand zur Szene im Bahnhofsviertel gewinnen und Stabilität in ihrem eigenen Tempo aufbauen können. Auch Menschen mit komplexen psychosozialen Belastungen finden hier einen Ort, der ihnen Perspektiven eröffnet. Die Arbeit im EASTSIDE basiert auf einer akzeptanzorientierten, zieloffenen Suchthilfe, die konsequent an den individuellen Lebensrealitäten der Nutzer*innen ausgerichtet ist. Ein breites Spektrum an Hilfen ermöglicht passgenaue Unterstützung – von akuter Entlastung bis hin zu langfristiger Stabilisierung. Für viele wird das EASTSIDE zeitweise zu einem wichtigen Lebensmittelpunkt, an dem Wohnen, Alltag und Orientierung wieder möglich werden. Getragen wird diese Arbeit von einem engagierten multi- professionellen Team, das die Klient*innen verlässlich begleitet – auch in Krisen, Rückschritten oder schwierigen Phasen. Entscheidend ist dabei ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe, der Vertrauen schafft und Entwicklung ermöglicht. Wie wirksam dieser Ansatz ist, zeigen auch die aktuellen Rückmeldungen: In der Kundenzufriedenheits- und Wirksamkeitsbefragung „Leben im EASTSIDE“ bestätigen über 90 Prozent der Teilnehmenden, dass die Angebote ihren Bedürfnissen entsprechen. Nahezu alle würden die Einrichtung weiterempfehlen – ein starkes Zeichen für die Qualität und Bedeutung der Arbeit. Auch 2025 war das EASTSIDE geprägt von vielen besonderen Aktionen und Begegnungen, wie die Haarschneide- aktionen der Barber Angels mit ihrem vielfältigen Rahmen programm. Zudem beteiligte sich das EASTSIDE an der Druck-Surv-Studie des Robert Koch-Instituts zu Hepatitis C und unterstützte damit wichtige Erkenntnisse im Bereich Prävention und Gesundheitsversorgung. Das EASTSIDE hat damit auch 2025 einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung, gesundheitlichen Versorgung und sozialen Teilhabe obdachloser und marginalisierter Menschen mit einer Suchterkrankung geleistet und auf diese Weise neue Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben eröffnet.

CAFÉ EASTSIDE Offener Treffpunkt Was wir anbieten: Warme Mahlzeiten und Getränke Freizeitgestaltung Aktivierende Angebote Versorgung mit Hygieneartikeln Kontakt- und Informationsgespräche Spritzentausch 8

Das Café EASTSIDE ist die zentrale Anlaufstelle des Hauses. Hier kennt und trifft man sich, um zu reden, sich auszuruhen, sich mit lebensnotwendigen Dingen zu versorgen und die Freizeit zu verbringen. Das Café hat täglich geöffnet und bietet Platz für bis zu 100 Personen. An der Theke werden warmes Essen, Lebensmittel und Getränke, aber auch Hygieneartikel ausgegeben/verkauft. Die Mitarbeiter*innen tauschen benutzte Spritzen und Kanülen gegen sterile aus, informieren über alle EASTSIDE Angebote und vermitteln hausintern in weiterführende Hilfen. Des Weiteren bieten sie den Besucher*innen durch gemeinsame Aktivitäten eine niedrigschwellige Kontaktaufnahme, Freizeitaktivitäten und entlastende Ge- spräche. Ebenso organisieren sie kreative und gesund- heitsfördernde Aktivitäten, z. B. Kochgruppen, Kunstprojekte und regen zum Mitmachen an. Die aktivierenden Angebote stärken das Miteinander in der Gruppe und richten sich an alle Klient*innen, die Spaß und Interesse an kulturellen und sportlichen Aktivitäten oder an Informationen haben. Sie sollen Berührungsängste abbauen, Sinnhaftigkeit vermitteln, den Besucher*innen Impulse geben und sie in ihrer Entwicklung unterstützen. Die Gäste können während ihres Aufenthalts Billard, Tischfußball oder Tischtennis spielen, TV schauen oder die Bibliothek und den Ruheraum nutzen. Wir danken der Bäckerei Eifler für die regelmäßige Brötchenspende sowie BASiS e.V. für die Unterstützung mit frischem Gemüse. Das Café EASTSIDE verbindet somit existenzsichernde Hilfen mit sozialer Stabilisierung, Gesundheitsförderung und Beziehungsarbeit. Es bildet häufig den ersten Zugang zum Hilfesystem und schafft die Grundlage dafür, dass weiterführende Unterstützungsangebote angenommen werden können. 9 Café EASTSIDE 2025 2024 Ausgegebene Frühstücke....................4.778...............4.645 Kochgruppe Termine..............................126...................115 Teilnehmende Kochgruppe..................995..................905 Kunstprojekt Termine............................37.....................34 Teilnehmende Kunstprojekt.................196...................179

10 KONSUMRAUM EASTSIDE Stressfrei und sicher Was wir anbieten: Hygienische Konsummöglichkeiten Safer Use Beratung Konsumreduktionsberatung Spritzentausch Drogennotfallprävention/-hilfen Vermittlung in weiterführende Angebote

11 Im Dezember 1994 wurde im EASTSIDE Deutschlands erster offizieller Drogenkonsumraum eröffnet. Auch heute noch ist er ein wichtiger und fester Bestandteil des Frankfurter Weges und integraler Angebotsbestandteil der gesamten Einrichtung. Hier wird aktive Schadensminimierung und Überlebenssicherung geleistet. Die Übernachter*innen und Bewohner*innen des EASTSIDE können hier ihre Drogen sicher konsumieren und er steht auch allen Nutzer*innen von außerhalb zur Verfügung. Aufgrund der szenefernen Lage abseits des Bahnhofsvier- tels haben die Nutzer*innen einen geschützten Rahmen für einen risikoärmeren Konsum außerhalb der offenen Szene. Von den insgesamt 8 Plätzen stehen 6 für den intravenösen und nasalen Konsum sowie 2 spezielle Plätze für den inhalativen Konsum zur Verfügung, welche allerdings den gestiegenen Bedarf nicht mehr decken. Safer Use und Safer Sex sind wichtige Themen in der beraterischen Tätigkeit der Mitarbeiter*innen des Konsumraumes. Ebenso vermitteln sie in weiterführende Angebote des Hauses. Darüber hinaus führt das Team spezielle Erste-HilfeSchulungen zum Einsatz von Naloxon für die Nutzer*innen und andere Gäste des Hauses durch. Um möglichst viele Menschen zu erreichen sind alle Infomaterialien mehrsprachig verfügbar. Aufgrund erheblicher krankheitsbedingter Ausfälle kam es im Jahr 2025 zeitweise zu Einschränkungen bei den Öffnungszeiten des Konsumraums. Dadurch konnte das Angebot in diesen Zeiträumen nicht durchgängig im regulären Umfang gewährleistet werden. Konsumraum EASTSIDE 2025 2024 Konsumplätze................................................. 8................ 8 Konsumvorgänge insgesamt........................................................ 1.986......... 3.848 .................................... weibl..........männl........ insg.......... insg. Januar...................... 100..............146.............. 246............ 397 Februar.................... 30................168.............. 198............ 404 März.......................... 49................150.............. 199............ 486 April.......................... 17.................162.............. 179............. 441 Mai............................. 36................153.............. 189............ 363 Juni........................... 16.................56............... 72.............. 333 Juli............................. 27................52............... 79.............. 324 August...................... 3..................5.................. 8................ 203 September.............. 40...............92............... 132............ 262 Oktober.................... 31.................114.............. 145............ 248 November............... 88...............195.............. 283........... 215 Dezember............... 59................197.............. 256............ 172 insgesamt............... 496.............1.490.......... 1.986......... 3.848 Materialausgabe Spritzen............................................................ 7.150......... 11.800 Nadeln............................................................... 13.300....... 16.400 Drogennotfälle insgesamt........................................................6................ 34 davon Einsatz von RTW/NAW....................6................31 Narkanti-Einsatz........................................... 2................ 19

SOZIALDIENST EASTSIDE Beratung, Begleitung und Betreuung Was wir anbieten: Psychosoziale Betreuung und Krisenintervention Begleitung zu Behördenterminen Unterstützung bei Korrespondenz mit Ämtern Unterstützung bei der Wohnungssuche Unterstützung bei der Rückkehr in die Heimatgemeinde Vermittlung in Beschäftigungs-und Qualifizierungsmaßnahmen Vermittlung in weiterführende Angebote Vermittlung in adäquate Einrichtungen Beratung von Angehörigen 12

13 Die Mitarbeiter*innen des Sozialdienstes führen motivatio- nale und veränderungsorientierte Beratungsgespräche, die sich zeitlich und inhaltlich an der Verfassung und dem Hilfebedarf der einzelnen Klient*innen ausrichten. Die Aufgaben des Sozialdienstes reichen von der Krisen- intervention, der sozial- oder ausländerrechtlichen Beratung und Sicherstellung von Leistungsbezug sowie Krankenversicherung über die Organisation der Grundversorgung hin zu einer personenzentrierten Hilfeplanung und lebenspraktischen Hilfen. Hinzu kommt die psychosoziale Begleitung während einer Substitutionsbehandlung sowie Beratung zum Schuldenabbau. Zur sozialarbeiterischen Unterstützung gehören ebenso die regelmäßig stattfindenden, konzeptgebunden Gruppenangebote zu Themen wie Konsum, Wohnen und Gesundheit. 2025 war stark geprägt von akuten Hilfen, Unterstützung in krisenhaften Situationen und Zugang zu Versorgungsleistungen im Bereich Gesundheit. Das Thema Menschen ohne Ansprüche beschäftigt das Sozialdienstteam im hohen Maße in Fallbesprechungen und Perspektivgesprächen mit Klient*innen. Eine Verbesserung der Lebenssituation durch Vermittlung in weiterführende Angebote ist in diesen Fällen kaum erreichbar. Des Weiteren setzt sich der Sozialdienst intensiv mit körperlich und psychiatrisch stark beeinträchtigten Klient*innen auseinander. Eine Weitervermittlung in eine bedarfsgerechte Unterbringungsform wird vor allem aufgrund der Forderung einer stabilen Abstinenz erschwert. In diesem Zusammenhang wird der Bedarf nach weiterführenden Einrichtungen, insbesondere einer Pflegeeinrichtung, für Klient*innen mit anhaltendem Drogengebrauch sichtbar. Medizinische Versorgung Die medizinische Versorgung der Klient*innen wird durch die Zusammenarbeit mit der Malteser Werke gGmbH gewährleistet. Im Rahmen der Humanitären Sprechstunde der Stadt Frankfurt können 10 Personen ohne Leistungsanspruch in das Substitutionsprogramm aufgenommen werden. Sozialdienst EASTSIDE 2025 2024 Klient*innen insgesamt...........................256...............284 männlich....................................................... 207............... 235 weiblich........................................................ 47................. 49 divers. ........................................................... 2.................... 0 davon aus Deutschland...........................122................148 EU-Bürger*innen...................................... 95.................. 100 weiteren 25 Nationalitäten.....................31..................27 staatenlos.................................................... 3.................... 3 Keine Angabe..............................................5....................6 Neuaufnahmen........................................... 159................ 216 Beendigung................................................. 153................ 199 Vermittlung in weiterführende Maßnahmen während der Betreuung..........................111..................122 am Betreuungsende.................................32..................35 Substitutionsprogramm Malteser Werke gGmbH Psychosoziale Betreuung.......................221................226 Altersstruktur 18 – 26 Jahre...............................................14..................15 27 – 34 Jahre..............................................36..................39 35 – 44 Jahre..............................................85.................109 45 – 54 Jahre..............................................93..................82 55 – 64 Jahre..............................................24..................30 65 und älter.................................................2....................4 Wohnverhältnisse Selbstständiges Wohnen........................15..................25 Angehörige/Eltern.................................... 8.................... 7 Bei anderen Personen.............................5....................4 Ambulantes Betreutes Wohnen (ABW)..4....................5 (Fach-)Klinik, station. Reha...................3....................9 Wohnheim.................................................... 5.................... 7 JVA................................................................. 5.................... 3 Notunterkunft............................................. 163................ 133 Ohne Wohnung...........................................15..................9 Sonstiges..................................................... 2.................... 6 Keine Angabe..............................................31..................0 Erwerbssituation Arbeiter*in/Facharbeiter*in.................. 5.................... 6 Arbeitslos SGB II.......................................79..................94 Arbeitslos SGB III......................................6....................8 Rentner*in................................................... 11................... 14 SGB XII..........................................................32..................34 Sonstige Erwerbsperson........................1.....................4 Keine Angabe..............................................62..................51

WOHNEN IM EASTSIDE Übernachtungs- und Wohnmöglichkeit 14 Was wir anbieten: Zwei- und Mehrbettzimmer Zusätzliche Notbetten Streetwork Kleiderkammer und Hygieneartikel Shuttlebus

Der Wohnbereich verfügt über 75 Übernachtungsplätze in zweckmäßig ausgestatteten Mehrbett-, Zweibett- und Einzelzimmern. Hier finden alle Menschen einen sauberen und ruhigen Platz zum Schlafen und Erholen. Die Zimmer sind mit einem Bett, Schrank, Nachttisch und Unterbettkommode für jeden Schlafplatz ausgestattet. Der Wohnbereich ist 24 Stunden am Tag besetzt und bietet zusätzlich zur nächtlichen Schlafmöglichkeit von 18.00 – 12.00 Uhr auch tagsüber einen Erholungs- und Rückzugsraum für bettruhebedürftige Bewohner*innen. Durch die Einrichtung von Wohn- und Übernachtungsmöglichkeiten im EASTSIDE wird die Lebenssituation von wohnsitzlosen Menschen mit einer Suchterkrankung verbessert. Grundziel des Wohnbereichs ist es neben der Überlebenssicherung und dem Vermitteln von Struktur, die Fähigkeit zum eigenständigen Wohnen zu wecken und einzuüben. Aus diesem Grund ist der Wohnbereich nach einem motivierenden Stufenmodell aufgebaut. Die Bewohner*innen haben die Möglichkeit sich vom reinen Übernachtungsgast in einem Mehrbettzimmer ohne Anspruch auf ein bestimmtes Bett, bis hin zu einem festen Bett in individuell gestalteten Zimmern im angegliederten Haus 22 zu entwickeln. Von dort können sie in Betreutes Wohnen (BeWo) oder eigenen Wohnraum übergehen. Für Menschen, die im EASTSIDE ihren Lebensmittelpunkt haben, bieten wir die Möglichkeit einer Meldeadresse bzw. Wohnungsgeberbestätigung an. Da unsere Bewohner*innen in den vergangenen Jahren zunehmend älter und gesundheitlich stärker beeinträchtigt sind, wurde ein sogenannter Rentner*innenstatus eingeführt. Dieser wird vergeben, wenn der Gesundheitszustand einen ganztägigen Verbleib im Wohnbereich nahelegt. Vor diesem Hintergrund soll die Ausstattung und Versorgung im Wohnbereich kontinuierlich weiterentwickelt und noch bedarfsgerechter gestaltet werden. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind unkompliziert und sofort nutzbar. Dadurch können akute Krisensituation- en, etwa bei Rückfällen, Therapieabbrüchen, Wohnungs- verlust, häuslicher Gewalt oder in Übergangsphasen nach Haftentlassungen, schnell aufgefangen werden. Die Gäste erhalten die Möglichkeit, sich zu stabilisieren, neu zu orientieren und Unterstützungsangebote in Anspruch zu nehmen sowie ihre Selbsthilfekompetenzen zu aktivieren. Die Mitarbeiter*innen stellen die notwendige Grundversorgung für den Alltag sicher und versorgen die Bewohner*innen mit Bettwäsche, Handtüchern sowie Hygieneartikeln wie Duschgel, Zahnpasta und Zahnbürsten. Wertgegenstände können nachts sicher und unter Aufsicht verwahrt werden. Die in motivierender Gesprächsführung geschulten Mitarbeiter*innen wirken positiv auf die gesundheitliche, hygienische und soziale Stärkung ein, informieren die Bewohner*innen über die weiteren Angebote des Hauses und vermitteln dahin. Als Ansprechpartner*innen stehen die Mitarbeiter*innen rund um die Uhr zur Verfügung und sind so auch in verschiedensten Not- und Krisenfällen jederzeit intervenierend zur Stelle. Zusätzlich zu unseren regulären Betten konnten wir auch in diesem Jahr 25 Notbetten anbieten. Dies führte zu einer Entlastung der nächtlichen Situation im Bahnhofsviertel und konnte unseren übernachtenden Klient*innen etwas mehr Sicherheit bezüglich eines zuverlässigen Schlafplatzes und Tagesaufenthalt bieten. Durch die Fahrten unseres Busses, der täglich zwischen 22:00 und 02:00 Uhr vom Bahnhofsviertel zu uns (und in andere Übernachtungseinrichtungen) fährt, versuchen wir den Weg zu uns zu vereinfachen/verkürzen und eine weitere Schwelle so niedrig wie möglich zu halten. Wohnen im EASTSIDE 2025 2024 Reguläre Betten.........................................75...................75 Notbetten..................................................... 25...................25 Auslastung der regl. Betten in % Januar – Dezember..................................100.................100 Auslastung der Notbetten in % Januar........................................................... 96...................89 Februar......................................................... 97...................94 März............................................................... 82..................92 April............................................................... 92...................89 Mai.................................................................. 78. .................87 Juni................................................................ 63...................78 Juli.................................................................. 79...................85 August........................................................... 84..................66 September................................................... 89..................77 Oktober......................................................... 92...................82 November.................................................... 95...................74 Dezember.................................................... 92...................95 Durchschnitt............................................... 87..................84 Klient*innen insgesamt.................................................... 515.................584 männlich....................................................... 434................510 weiblich........................................................ 79...................74 Erstnutzer*innen....................................... 209................256 Kurzzeitübernachter*innen (< 20 Nächte/p.a.)......................................287................362 Übernachtungen insgesamt.................................................... 36.119............36.527 davon Kurzzeitübernachtungen...........3,1%...............3,8% Rentner*innen............................................ 3.554.............3.744 Tagesbettruhe insgesamt.................................................... 619.................1.062 Streetwork gefahrene Klient*innen...........................1.016...............1.126 15

WERKSTÄTTEN EASTSIDE Arbeiten für kommunale und soziale Projekte Was wir anbieten: 16 Projektarbeiten in den Gewerken: Hauswirtschaft, Holz, Farbe, Gestaltung Ganzheitliche Aktivierung und Orientierung: Kompetenzbilanzierung/-erweiterung Berufsorientierung, Bewerbungstraining und betriebliche Erprobung Vermittlung in Arbeit, Ausbildung, Schule und weiterführende Hilfen Ergänzende Förderung mit Fokus auf Gesundheit, Bewegung, Ernährung und Kultur

17 Die Werkstätten arbeiten für verschiedene Abteilungen des Gesamtvereins, Sozialstationen und Kooperationspartner in den Bereichen Wäscheservice, Gebäudereinigung, Holzarbeiten, Renovierung und weitere gebäudenahe Dienstleistungen. In direkter Nachbarschaft zum EASTSIDE stehen dafür rund 1.500 qm Produktions-, Lager- und Verwaltungsfläche zur Verfügung. Die Werkhalle ermöglicht es, Beschäftigte im geschützten Rahmen schrittweise an Anforderungen der realen Arbeitswelt heranzuführen. Die Integration in Arbeit und Beschäftigung ist ein zentraler Bestandteil der Angebotsstruktur der idh, da Arbeit für Menschen mit einer Suchterkrankung nicht nur Beschäftigung, sondern auch Stabilisierung, Selbstwert und soziale Teilhabe bedeutet. Ziel ist es, mittelfristig Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu eröffnen und legale Existenzgrundlagen zu schaffen. Durch die differenzierte Struktur können persönliche, soziale und fachliche Kompetenzen aufgebaut und erweitert werden; begleitet von Fachkräften aus Pädagogik, Sozialarbeit, Handwerk und Hauswirtschaft. Das Aktivcenter biv-arbeit wird seit 2019 in Trägergemeinschaft mit BASiS e.V. und vae e.V. umgesetzt und an fünf Standorten durchgeführt. Teilnehmende können unterschiedliche Arbeitsbereiche erproben und bei Bedarf wechseln. Neben der projektorientierten Arbeit sind Bewerbungstraining, betriebliche Erprobungen und soziale Teilhabe im Stadtleben feste Bestandteile der Maßnahmen. Der Kompetenzpass, eingeführt 2024, unterstützt die eigen- ständige Reflexion von Fähigkeiten und die Bedarfsmeldung an Fachkräfte. Ergänzend werden digitale Lernformate, E-Learning-Angebote sowie QR-basierte Informations- und psychoedukative Inhalte zunehmend eingesetzt. Gruppenangebote finden teilweise standortübergreifend per Videokonferenz und Chat statt, wodurch die Netzwerkarbeit weiter gestärkt wurde. Die externe Sichtbarkeit wurde durch den Ausbau der Social-Media-Präsenz sowie einer neuen Website verbessert, um die Ansprache potenzieller Teilnehmender und die Positionierung als moderner Träger zu stärken. Ergänzend wurden Präsentationen und Werbematerialien für Kostenträger aktualisiert. Die idh ist als Träger nach AZAV zertifiziert (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung). Im Rahmen der Eingliederungshilfe (SGB IX) wird das Angebotsportfolio kontinuierlich mit Beteiligung der Leistungsberechtigten ausgebaut. Inhalte sind unter anderem kreative und künstlerische Projekte sowie gesundheitsorientierte Angebote in den Bereichen Bewegung, Koordination, Ernährung, Konsumverhalten etc.. Dabei werden nach Möglichkeit Kooperationen in der Stadtgemeinschaft angestrebt, um den individuellen Sozialraum der Leistungsberechtigten zu erweitern. Aktivcenter „biv-arbeit“ 2025 2024 § 16d SGB II i.V.m. § 45 SGB II Teilnehmer*innen..........................................40............. 42 Neuaufnahmen...............................................19.............. 22 Regulär beendete Maßnahmen.................16..............12 davon wegen Zuweisungsende.................6................6 Verbleib im Rechtskreis SGB II Vermittlung in weiterführende Maßnahmen.....................................................3................ 3 Übergang Rechtskreis SGB XII.................3................1 Vermittlung in stationäre, medizinische Behandlung..........................4...............2 Vermittlung auf allgemeinen Arbeitsmarkt oder in Ausbildung............1................0 Vorzeitig beendete Maßnahmen...............7................8 davon wegen Dauererkrankung...............3................0 wegen Inhaftierung.......................................1................3 wegen dauerhaft unentschuldigtem Fehlen...........................3................5 aus disziplinarischen Gründen.................0................0 Abbruch durch Klient*in.............................0................0 verstorben.......................................................0................ 0 Frankfurter Arbeitsmarktprogramm (FrAP) „Initiative zur Beschäftigung“ Teilnehmer*innen..........................................18.............. 15 Neuaufnahmen...............................................18.............. 15 Regulär beendete Maßnahmen.................15..............14 davon Vermittlung in weiterführende Maßnahmen.....................................................6................ 9 Vermittlung in stationäre, medizinische Behandlung..........................2................0 Vermittlung auf allgemeinen Arbeitsmarkt oder in Ausbildung............0................0 Vermittlung BFD/FSJ...................................0................0 Vorzeitig beendete Maßnahmen...............3................1 davon wegen Dauerkrankung...................0................0 aus disziplinarischen Gründen.................1................1 wegen Inhaftierung.......................................0................0 sonstige/unbekannt......................................2................ 3 Tagesstrukturierende Angebote im Rahmen der Eingliederungshilfe Teilnehmer*innen..........................................17.............. 15 Ableistung gemeinnütziger Arbeit Betreute Personen........................................13..............11 Aktivierungslotse FrAP Teilnehmer*innen..........................................60............. 62 Beendete Beratungsprozesse..................50.............49 davon Vermittlung in weiterführende Maßnahmen.....................35.............28

FRIEDA Treffpunkt und Beratung rund um die Suchthilfe 18 Was wir anbieten: Sozialdienst Café Parkprojekt Medizinische Ambulanz (Malteser Werke gGmbH)

19 Die medizinische Substitutionsambulanz der FriedA wird von der Malteser Werke gGmbH betrieben und stellt die kontinuierliche medizinische sowie hausärztliche Versorgung der Patient*innen sicher. Darüber hinaus umfasst das Angebot Impfungen (z. B. gegen Hepatitis), medikamentöse Behandlungen wie HIV-Therapien, regelmäßige psychiatrische Sprechstunden sowie die Vermittlung an Fachärzt*innen und die enge Zusammenarbeit mit spezialisierten medizinischen Stellen. Insgesamt trägt die FriedA durch die Kombination aus Kontaktcafé, medizinischer Versorgung, psychosozialer Stabilisierung und arbeitsweltbezogener Teilhabe wesentlich dazu bei, gesundheitliche Risiken zu reduzieren, individuelle Stabilität zu fördern und langfristige Perspektiven zu eröffnen. Die Verzahnung der Angebote schafft dabei einen ganzheitlichen Ansatz, der besonders schwer erreichbare Zielgruppen wirksam unterstützt. Die FriedA ist eine der wenigen niedrigschwelligen Einrichtungen für Menschen mit einer Suchterkrankung, die bewusst außerhalb des Bahnhofsviertels angesiedelt ist. Damit eröffnet sie einen geschützten Raum abseits belasteter städtischer Strukturen und schafft zusätzliche Zugänge für Menschen, die sonst schwer erreicht werden. Die Angebote der FriedA ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe und unterstützen den Schritt in stabilere Lebensverhältnisse und alltagsnahe „Normalität“. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die enge, interdisziplinäre und trägerübergreifende Zusammenarbeit. Der Sozialdienst der idh und der medizinische Bereich der Malteser Werke gGmbH stimmen Substitutionsbehandlung, psychosoziale Beratung und Begleitung eng aufeinander ab. Dadurch entsteht ein integriertes Versorgungsangebot, das medizinische und soziale Hilfen wirkungsvoll miteinander verbindet. Auch mit dem Betreuten Wohnen Kriegkstraße, dem Lichtblick sowie den Arbeitsprojekten des EASTSIDE be- stehen enge Kooperationsstrukturen. Ergänzend bietet das Parkprojekt niedrigschwellige Arbeitsmöglichkeiten, in denen Klient*innen praktische Arbeitserfahrungen im direkten Umfeld der Einrichtung sammeln können, etwa bei der Pflege von Grün- und Parkanlagen.

CAFÉ FRIEDA Schutzraum und Teilhabe 20 Was wir anbieten: Niedrigschwellige Anlauf- und Kontaktstelle Kostengünstiges Frühstück Warmes Mittagessen Safer Use Utensilien Arbeitsprojekt

Das Café FriedA richtet seine Angebote Dienstag bis Donnerstag von 09:15 – 14:00 an Menschen mit einer Suchterkrankung. Es bietet für die Besucher*innen einen wichtigen Schutz- und Ruheraum. Hier können sie sich vom Kreislauf der Drogenbeschaffung und des -konsums erholen. Für Substituierte ist es ein Ort der Kommunikation und des Informationsaustausches. Die angebotenen alltagspraktischen Hilfen sowie Freizeit- und Teilhabeangebote schaffen einen Zugang zur Klientel. Persönliche Zuwendung, Gespräche, gemeinsames Essen oder der Spritzentausch schlagen Brücken zu weitergehenden vereinsinternen und -externen Hilfeleistungen. An den Öffnungstagen werden die Besucher*innen bewusst an den täglichen Abläufen beteiligt. Sie planen die gemeinsamen Mahlzeiten, gehen einkaufen, helfen bei der Zubereitung des Essens und beim Aufräumen. In 2025 startete das Projekt „Mobile FriedA“: zweimal monatlich treffen sich Besucher*innen der FriedA, um verschiedene Ausflüge zu unternehmen, die zuvor im Plenum gemeinsam geplant wurden. Es konnten so unter anderem Besuche ins Senckenbergmuseum, den Zoo, auf den Lohrberg und das Dach des Skyline-Plaza realisiert werden. Im Parkprojekt können sich Klient*innen im Arbeitsleben erproben. Im Rahmen des Arbeitsprojektes reinigen sie die angrenzende Parkanlage und den Spielplatz. Im Auftrag des Grünflächenamtes entfernen sie groben Unrat, Konsumutensilien, leeren Mülltonnen und tragen so einen Teil zu einem freundlichen und sauberen Stadtteil bei. Im Café FriedA können Besucher*innen ein günstiges und vollwertiges Frühstück sowie Kuchen und Torten erwerben. Das Kochprojekt wird sehr gut frequentiert und hat sich als festes Angebot etabliert. 21 FriedA Parkprojekt 2025 2024 Teilnehmer*innen insgesamt....................7................6 davon weiblich...............................................1.................2

SOZIALDIENST FRIEDA Beratung und Begleitung 22 Was wir anbieten: Offene Sprechstunde Psychosoziale Begleitung Sozialrechts- und Schuldnerberatung Hilfe bei Aufenthaltsfragen Krisenintervention Unterstützung bei der Wohnraumsuche Hilfe bei Korrespondenz mit Ämtern Begleitung zu Behörden, Gerichtsterminen etc. Vermittlung in weiterführende Angebote

23 Betreute Klient*innen 2025 2024 insgesamt........................................................106............ 120 männlich...........................................................84............. 92 weiblich............................................................22............. 28 Einmalkontakte insgesamt........................................................1. ............... 1 männlich...........................................................0................ 0 weiblich............................................................1. ............... 1 Wohnsituation ohne Einmalkontakte und Klient*innen mit jugendbezogenen Problemlagen Selbstständiges Wohnen............................34.............57 Bei anderen Personen (instabil)..............2................3 Eltern/Angehörige (stabil).........................2................2 Ambulantes Betr. Wohnen..........................1................2 (Fach-)Klinik, station. Reha.......................0................0 Wohnheim/Übergangswohnheim.............5................ 7 JVA, Maßregelvollzug, Sicherheits- verwahrung.....................................................0................ 0 Notunterkunft/ Übernachtungsstelle.....3................5 Sonstiges.........................................................0................ 0 Lebensunterhalt Lohn, Gehalt, freiberufl. Einkünfte..........2................3 Rente, Pension................................................7................7 Bürgergeld/ Sozialgeld...............................17..............31 Sozialhilfe........................................................19.............. 29 Angehörige......................................................0................ 1 Keine Angabe..................................................0................1 Alter unter 16 Jahre.................................................0................1 16 bis 26 Jahre................................................4...............3 27 bis 34 Jahre...............................................3................12 35 bis 44 Jahre..............................................24.............29 45 bis 54 Jahre..............................................36.............45 55 bis 64 Jahre..............................................22.............16 65 und älter.....................................................6................5 Keine Angabe..................................................0................0 Nationalität Deutsch.............................................................65............. 73 EU.......................................................................9................ 13 Andere..............................................................15.............. 20 Keine Angabe..................................................16..............14 Vermittlungen in weiterführende Maßnahmen während der Betreuung..............................31..............36 am Betreuungsende.....................................16..............15 Aufnahmen/Beendigungen Neuaufnahmen...............................................19.............. 28 Beendigungen.................................................23............. 21 Substitution Malteser Ambulanz Substituierte...................................................48............. 68 männlich...........................................................41.............. 50 weiblich............................................................7................ 18 Der Sozialdienst in der FriedA bietet ein umfassendes, niedrigschwellig zugängliches Unterstützungsangebot für Menschen in unterschiedlichen sozialen und gesundheitlichen Problemlagen. Die Angebote reichen von einer offenen Sprechstunde über psychosoziale Begleitung bis hin zu Sozialrechts- und Schuldnerberatung. Darüber hinaus werden Klient*innen bei Aufenthaltsfragen unterstützt, in Krisensituationen stabilisiert und bei Bedarf bei der Wohnraumvermittlung begleitet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der konkreten Alltagsunterstützung, etwa durch Hilfe bei der Korrespondenz mit Behörden sowie die Begleitung zu Ämtern, Gerichtsterminen und weiteren relevanten Institutionen. Ergänzend erfolgt die Vermittlung in rechtliche Beratung durch Anwält*innen sowie in weiterführende Unterstützungs- und Hilfesysteme, um eine nachhaltige Stabilisierung zu ermöglichen. In den vergangenen Jahren ist der Bedarf an psychosozialer Beratung kontinuierlich gestiegen, insbesondere durch Personen, die bei niedergelassenen Ärzt*innen substituiert werden, jedoch keine eigene psychosoziale Betreuung erhalten. Um diese Versorgungslücke zu schließen, steht der Sozialdienst in der FriedA auch extern Substituierten offen und erweitert damit gezielt den Zugang zu unterstützenden Angeboten. Im Berichtszeitraum zeigte sich zudem eine zunehmende Komplexität der Fälle. Besonders die Versorgung körperlich schwer erkrankter und immobilisierter Klient*innen stellte eine Herausforderung dar, da geeignete Anschluss- und Versorgungsangebote nur eingeschränkt verfügbar waren. Weitere Arbeitsschwerpunkte lagen im Erhalt von Wohnraum sowie in der oftmals erschwerten Erreichbarkeit der Ausländerbehörde, die für viele Klient*innen ein zentraler Faktor in der Klärung aufenthaltsrechtlicher Fragen darstellt.

AMBULANTE HILFEN FÜR FAMILIEN Lichtblick Was wir anbieten: Hilfe zur Selbsthilfe Integration in Hilfesysteme Soziale Integration Stärkung der Erziehungs- und Beziehungsfähigkeit Unterstützung bei der Alltagsbewältigung Stärkung des Kindes Schutz des ungeborenen Lebens Unterstützung der Eltern beim Ausstieg aus der Drogenszene 24

25 Lichtblick ist ein familienorientiertes und dem Kindeswohl verpflichtetes Beratungs- und Unterstützungsangebot für suchtkranke Eltern. Im Fokus stehen die Betroffenen selbst, ihr Familiensystem und ganz besonders die Kinder. Gibt es innerhalb einer Familie einen suchtmittelabhängigen Elternteil, sind nicht nur Partner*innen und Angehörige betroffen, sondern vor allem die Kinder. Die belastende Lebenssituation beeinflusst die Entwicklung, die Möglichkeiten, das Selbstbewusstsein und die Be- wältigungsstrategien jedes Familienmitglieds. Auch Menschen mit einer Suchterkrankung wollen gute Eltern sein. Lichtblick befähigt sie, ihren durch die Suchtkrankheit geprägten Blickwinkel zu verändern und den Fokus auf die Bedürfnisse ihres Kindes zu lenken. Der systemischfamilienorientierte Arbeitsansatz schließt sowohl die Lebens- und Alltagssituation als auch die sozialen Beziehungen innerhalb und außerhalb der Familie ein. Schwangere, Mütter und Väter lernen, dass ihre Handlungen und Entscheidungen sich immer auch auf das Leben ihrer Kinder auswirken. Bleibt das Thema Sucht in der Familie unbearbeitet, bedeutet dies für die Kinder häufig: • Ein Leben zwischen Scham und Loyalität in Bezug auf die Eltern • Alltagspraktische und emotionale Überforderung durch Parentifizierung und Geheimnisträgerschaft sowie altersunangemessener Übernahme von Aufgaben • Unzureichende Versorgung • Erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer psychischen Beeinträchtigung sowie für eine mögliche Suchter- krankung • Mangel an gesellschaftlicher Integration und Teilhabe an der Gesellschaft Lichtblick vermittelt in ergänzende Hilfen für Kinder und Eltern. In vielen Fällen gelingt es, Familienleben und Eltern zu stabilisieren und ein weitgehend normales Leben für die Beteiligten zu ermöglichen. Sollte trotz intensiver Betreuung und Beratung eine Zukunftsperspektive mit dem Kind im Haushalt nicht im Sinne des Kindeswohls sein, unterstützt Lichtblick auch im Hinblick auf eine reflektierte Entscheidung zur Fremdplatzierung der Kinder. Während des gesamten Betreuungsprozesses wird laufend das Thema Sucht mit den Klient*innen bearbeitet. Hier geht es um Konsumreduktion, Rückfallprophylaxe und ge- gebenenfalls Abstinenz. Zentral für die Arbeit von Lichtblick ist eine Kooperationsvereinbarung mit dem Jugendamt der Stadt Frankfurt am Main, wonach Lichtblick eine Unterstützungs- und Kontrollfunktion nach § 8a SGB VIII zukommt. Alle Sozialarbeiter*innen haben die Weiterbildung zur sogenannten „insofern erfahrene (IseF)“ absolviert. Mitarbeiter*innen und Leitung von Lichtblick arbeiten in relevanten Gremien der Frankfurter Jugendhilfe (AG §78 Rechte der Kinder, AG §78 ambulante HzE und UAG psychische Erkrankungen, Fachgruppe § 78 Stärken und Vorbeugen) mit. Weiterhin sind wir in zwei Arbeitskreisen zum Thema Kinder psychisch erkrankter Eltern vertreten. Eine Vernetzung mit den unterschiedlichen Einrichtungen und Akteuren ist uns ein großes Anliegen. Auch 2025 beteiligte sich Lichtblick, gemeinsam mit der sozialpädagogischen Familienhilfe, an der Weihnachtsaktion des Kinderbüros und der Deutschen Bank. Zudem konnte im Sommer wieder der gemeinsame Familienausflüge zur Lochmühle realisiert werden. Lichtblick 2025 2024 Betreute Familien insgesamt........................................................51.............. 48 dazugeh. Kinder, Jugendliche...................46.............56 davon Familien mit mind. einer substituierten Person.......................8...............11 davon Väter, getrennt lebend ...................5................9 Kontakte zu Familien und getrennt lebenden Vätern (mehrmals) wöchentlich.............................31..............25 regelmäßig mind. 1 x pro Monat...............8...............8 in zeitlich größeren Abständen................4...............3 Alter Kinder/Jugendliche insgesamt........................................................46............. 56 0-3 Jahre.........................................................12..............22 4-6 Jahre.........................................................10..............14 7-10 Jahre........................................................5................9 ab 11 Jahre ......................................................19..............11 Schwangere in Intensivbetreuung.....................................6................6

AMBULANTE HILFEN FÜR FAMILIEN Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) Was wir anbieten: Anleitung und Begleitung bei Erziehungsaufgaben Stütze bei der Alltagsbewältigung Hilfe beim Erschließen familiärer und sozialräumlicher Netzwerke und Kraftquellen Befähigung mit Konflikten und Krisen angemessen umzugehen Hilfestellung bei der Sicherung der materiellen Grundversorgung Unterstützung und Förderung der Familiengesundheit Erziehungsbeistandschaft 26

27 Das Team der Sozialpädagogischen Familienhilfe unterstützt und begleitet Familien und junge Menschen mit Suchtthematik gemäß §30 und §31 SGB XIII in Frankfurt und Offenbach. Die langjährige Expertise und Erfahrung der idh sowohl in der Suchthilfe als auch bei der Begleitung von Familien mit einer Suchterkrankung ermöglicht eine hoch- qualifizierte und zielführende Unterstützung. Durch die enge Kooperation mit Lichtblick können vor- handene Ressourcen adäquat eingesetzt und den Familien zur Verfügung gestellt werden. Es hat sich bestätigt, dass der Bedarf an Fachkräften mit Exper- tise in der Arbeit mit suchtbelasteten Familien, nach wie vor in hohem Maße besteht. Im Schwerpunkt wurden mehrere Familien mit schwerwiegendem Hilfebe- darf begleitet, die einen Umfang von mehr als 10 Fachleistungsstunden pro Woche erfordern. Zur besseren Abdeckung der Nachfrage wurde das Team im Jahr 2025 um eine Vollzeitstelle erweitert. Die Arbeit der Sozialpädagogischen Familienhilfe war im Berichtsjahr erneut von einer hohen Vielfalt und Komplexität geprägt – sowohl im Hinblick auf die unterschiedlichen Lebensrealitäten der Familien und jungen Menschen als auch auf sich wandelnde Konsumformen und Suchtmittel. Die Mitarbeitenden begleiten Familien und einzelne Familienmitglieder lebensweltorientiert, ressourcenstärkend und mit einer Haltung von Geduld, Vertrauen und Wertschätzung. Ziel ist es, stabile Beziehungen aufzubauen, die es den Familien ermöglichen, Unterstützung frühzeitig anzunehmen und belastende Situationen offen anzusprechen. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Förderung familiärer Stabilität, die Stärkung elterlicher Kompetenzen sowie die Entwicklung tragfähiger Perspektiven für Kinder und Jugendliche. Die Sicherung des Kindeswohls hat dabei jederzeit oberste Priorität und wird transparent mit allen Beteiligten bearbeitet. Durch die enge Begleitung im Alltag können Krisen frühzeitig erkannt, Eskalationen verhindert und langfristige Hilfebedarfe reduziert werden. Zur fachlichen Qualitätssicherung absolvieren alle Mitarbeitenden die Ausbildung zur „insofern erfahrenen Fachkraft“ (IseF). Darüber hinaus engagieren sich Mitarbeitende und Leitung aktiv in relevanten Gremien. Dadurch fließen aktuelle fachliche Entwicklungen kontinuierlich in die Arbeit ein und die Vernetzung innerhalb der Hilfesysteme wird gestärkt. Auch gemeinschaftsfördernde Aktivitäten sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. So beteiligte sich die Sozialpädagogische Familienhilfe gemeinsam mit Lichtblick erneut an der Weihnachtsaktion des Kinderbüros und der Deutschen Bank. Zudem konnte im Sommer wieder ein gemeinsamer Ausflug zur Lochmühle stattfinden, der Familien positive gemeinsame Erfahrungen und soziale Teilhabe ermöglichte. SPFH 2025 2024 Begleitete Familien insgesamt........................................................13...............12 Neuaufnahmen...............................................4................5 Beendete Hilfen.............................................4................13 Erziehungsbeistandschaft insgesamt........................................................6.................8 Neuaufnahmen...............................................1.................8 Beendete Hilfen.............................................3.................3

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